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An Education
tägl. tägl. 18.00
Sa+So 16.00

Regie: Lone Scherfing

  Grau sind die Straßen, grau die Häuser, und, man ahnt es schon, auch die Seelen der Menschen. „An Education“ beginnt mit einer zeitgeschichtlichen Nachhilfestunde. Die Swinging Sixties fingen erst in der zweiten Hälfte der Dekade an. Für Nick Hornby ist der erste Sendbote einer kommenden Umwälzung das Debütalbum der Beatles, das 1963 erschien. Zuvor waren die Verhältnisse in England vor allem eins: grau. Dem auch in Deutschland höchst populären Schriftsteller, der das Drehbuch für „An Education“ nach einer autobiografischen Vorlage der Autorin Lynn Barber schrieb, kam es darauf an, diesen Unterschied herauszuarbeiten. 1961, das Jahr, in dem der Film spielt, fällt noch in die Zeit, auf die der Zweite Weltkrieg seine Schatten wirft. Der Wohlstand ist bescheiden, die Lebensverhältnisse sind von strengen sozialen und moralischen Regeln geprägt. Die Gesellschaft wirkt wie ein Korsett. Von Aufbruch keine Spur.

In solchen Verhältnissen ist eine Begegnung wie die zwischen der 16-jährigen Jenny (Carey Mulligan) und dem doppelt so alten David (Peter Sarsgaard) nicht vorgesehen. Umso erstaunlicher, dass sie trotzdem stattfindet und sich zu einer Liebesbeziehung ausweitet. Das ist noch nicht das große Aufbegehren gegen den Muff, aber es hat sicherlich mit den gesellschaftlichen Umständen zu tun. Natürlich hat in jeder Zeit ein Mädchen wie die kluge und aufgeschlossene Jenny Träume. Aber je enger und trostloser die Verhältnisse sind, desto mächtiger dürften diese Träume werden. Vielleicht steigt sie deshalb wider jede Vernunft in den Sportwagen des smarten David, der zufällig vorbeikommt, als sie im strömenden Regen mit ihrem Cello auf den Bus wartet und er ihr anbietet, sie nach Hause zu bringen. David kennt sich ebenfalls mit klassischer Musik aus und lädt Jenny flugs zu einem Konzert ein. Ihre Eltern überrumpelt er mit seinem ebenso eloquenten wie seriös wirkenden Charme, und wenige Tage später sitzen die beiden tatsächlich zusammen im Konzertsaal.